TL;DR: Für die allermeisten Häuser in der Region rechnet sich PV 2026 weiterhin — aber anders als noch vor 5 Jahren. Entscheidend ist heute der Eigenverbrauch, nicht die Einspeisevergütung. Wer 30–60 % selbst nutzt, ist nach 8–11 Jahren durch.
Die ehrliche Antwort vorweg.
Ich bekomme die Frage „lohnt sich Solar 2026 überhaupt noch?" jede zweite Woche am Küchentisch. Die Antwort ist ja — aber sie braucht eine Begründung, die über „klar, super Sache" hinausgeht. Denn die Spielregeln haben sich verschoben.
Was sich seit 2020 geändert hat.
Drei große Kräfte wirken gerade gegeneinander, und das macht die Rechnung weniger einfach als früher:
- Module sind billiger geworden. Eine 10-kWp-Anlage inklusive Montage und Wechselrichter kostet 2026 brutto etwa 13.000 – 18.000 €. 2020 waren es noch 18.000 – 24.000 €.
- Strompreise sind oben geblieben. Haushaltsstrom in Gifhorn und Wolfsburg liegt aktuell zwischen 35 und 42 ct/kWh, je nach Anbieter und Tarif. Vor fünf Jahren waren das 28–32 ct.
- Einspeisevergütung sinkt. Für Inbetriebnahme 2026 gibt's bei Anlagen bis 10 kWp noch ca. 8,03 ct/kWh — halb so viel wie 2018. Wer nur einspeist, verdient kaum noch.
Die entscheidende Größe: Ihr Eigenverbrauch.
Eigenstrom kostet Sie übers Jahr gerechnet rund 8–10 ct pro Kilowattstunde (Anschaffung verteilt auf 25 Jahre Lebensdauer). Vom Versorger zahlen Sie 35–40 ct. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, spart Ihnen also 25–30 ct.
Jede Kilowattstunde, die Sie einspeisen, bringt nur noch 8 ct. Sie verstehen die Mathematik: Eigenverbrauch ist drei bis vier Mal so wertvoll wie Einspeisung.
Praxisbeispiel: Familie Meier, Gifhorn-Kästorf
- Anlage: 9,8 kWp Süddach, 7,5 kWh Speicher
- Investition: 22.400 € brutto
- Jahresertrag: ~9.300 kWh
- Eigenverbrauchsquote: 64 % (mit Speicher)
- Jährliche Ersparnis: ~1.400 € Strom + ~115 € Einspeisung
- Amortisation: ~13 Jahre — danach 12 Jahre + Reingewinn
Wann sich PV 2026 nicht mehr lohnt.
Es gibt Konstellationen, in denen ich ehrlich abrate. Bei einer Beratung am Küchentisch kommen wir oft schnell drauf — hier die häufigsten Fälle:
- Reines Norddach ohne Verschattung — ja, geht; aber der Ertrag ist nur ~70 % vom Süddach. Rechnet sich erst bei sehr hohem Eigenverbrauch.
- Viel Verschattung durch Bäume oder Nachbarhäuser. Hier prüfe ich vor Ort, ob Modul-Optimierer reichen oder ob das Geld besser in eine Wärmepumpe geht.
- Geplanter Umzug innerhalb 5 Jahren — die Investition refinanziert sich nicht in der Zeit. Hier zählt nur der Wertzuwachs des Hauses (real: 3–5 % Preisaufschlag).
- Sehr kleiner Stromverbrauch unter 2.500 kWh / Jahr — Sie bekommen die Eigenverbrauchsquote nicht hoch genug, ohne E-Auto oder Wärmepumpe parallel.
Wie Sie den Eigenverbrauch hochschrauben.
Wenn die Anlage steht, beginnt das eigentliche Spiel: Wie nutze ich möglichst viel Sonne selbst? Drei Hebel funktionieren bei meinen Kunden zuverlässig:
- Speicher — bringt den Eigenverbrauch typisch von 30 % auf 60–70 %. Kostet 5.000 – 9.000 €, sinnvoll ab etwa 4.000 kWh Jahresverbrauch.
- Wärmepumpe — die größte Last im Haus läuft dann zum Großteil mit eigenem Strom. Sektorenkopplung nennt das die Branche.
- E-Auto-Wallbox mit PV-Überschuss-Laden. Macht den Solarstrom direkt zu „Sprit zum Nulltarif".
Förderung 2026 in der Übersicht.
Was 2026 für Photovoltaik konkret an Fördertöpfen verfügbar ist — in unserer Förderungsübersicht haben wir die wichtigsten zusammengefasst. Die zwei mit dem größten Hebel:
- 0 % Mehrwertsteuer auf private PV-Anlagen bis 30 kWp. Spart bei der typischen Familienanlage 3.000 – 4.000 €.
- KfW 270 — zinsgünstiger Kredit für Anlage plus Speicher. Sinnvoll, wenn Sie nicht alles bar zahlen wollen.
Die ehrliche Rechnung für ein Standard-Einfamilienhaus.
Annahmen
- Stromverbrauch: 4.500 kWh / Jahr
- Anlage: 9,5 kWp + 7 kWh Speicher
- Investition: 20.500 € (inkl. Montage, abzgl. 0 % MwSt)
- Strompreis: 38 ct/kWh, leicht steigend
- Eigenverbrauchsquote: 60 %
- Lebensdauer: 25 Jahre
Ergebnis
- Jährliche Ersparnis: ca. 1.350 €
- Amortisation: ca. 11 Jahre
- Reingewinn nach 25 Jahren: ca. 18.500 €
- Rendite: 5,2 % p.a. (steuerfrei)
Zum Vergleich: Festgeld bei 3 % vor Steuer, Aktien-ETF bei ~7 % vor Steuer und höherem Risiko. Eine PV-Anlage ist eine der wenigen Geldanlagen, die Sie gegen Strompreisanstieg versichert.
Mein Fazit für 2026.
PV lohnt sich heute nicht mehr automatisch, sondern wenn die Faktoren passen: Dachausrichtung, Eigenverbrauch, Lebensplanung. Bei zwei Dritteln der Häuser, die ich in Gifhorn und Wolfsburg sehe, ist die Antwort weiterhin ein klares Ja. Bei einem Drittel sage ich „nicht jetzt" oder „nur in Kombination mit Wärmepumpe".
Was am Ende für Ihr Haus konkret rauskommt, rechnen wir in 15 Minuten am Telefon. Kostet nichts, verpflichtet zu nichts.